Lasik
Keratektomie Drucken E-Mail

Die phototherapeutische Keratektomie (PTK) ist das Abtragen feiner Schichten des Hornhaut-Bindegewebes zur Beseitigung oberflächlicher Störungen

Dieses Informationsblatt soll Sie über eine Erkrankung bzw. Anomalie des Auges und über mögliche Behandlungen informieren. Es ersetzt nicht das persönliche Gespräch, sondern soll Ihnen auf dem Vorwege eine allgemeine Beschreibung des Problems geben sowie die aus unserer Sicht empfehlenswerten Lösungsansätze darstellen. Bitte lesen Sie alles in Ruhe durch und machen Sie sich – besonders für Ihre Fragen – Notizen, die wir dann gemeinsam besprechen werden.

Im Folgenden finden Sie die Abschnitte

Reizzustände durch Störungen des Tränenfilms

Die Hornhaut ist für die Optik der wichtigste Bestandteil des Gesamtsystems; hier wird der größte Teil der Lichtfokussierung vorgenommen. Bereits Störungen im Tränenfilm, besonders beim trockenen Auge, können zu schlechterem Sehen und Schwankungen in der Sehschärfe führen. Die Therapie besteht hier ausschließlich in einem Verbessern des eigenen Tränenfilms durch Tränenersatzmittel tagsüber und pflegende Augensalben über Nacht. Nach unseren Erfahrungen sind übermäßige Dosierungen von vitamin-A-haltigen Tropfen oder Salben für das Auge eher kontraproduktiv. Auch werden bei häufiger Applikation der künstlichen Tränen – wie es bei einigen Patienten erforderlich ist – durch die in den Augentropfen enthaltenen Konservierungsmittel die Zellen der Hornhaut- und Bindehautoberfläche regelrecht vergiftet. Auch diese Vergiftungszustände können zu einer weiteren Austrocknung des Auges, zu Entzündungserscheinungen und zu starken Schmerzen führen.

Bessere und schonende Therapien können heute mit den modernen Augentropfen zur Augenbenetzung vorgenommen werden, die in den letzten Jahren für Kontaktlinsenträger entwickelt wurden. Da diese Tropfen häufig nicht als Medikamente gelten, können sie ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden. Allerdings muss der Patient sie auch selbst bezahlen.

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Rezidivierende Erosio

Das ständige Nachwachsen der Oberflächenzellen der Hornhaut (Epithel) erfordert ein koordiniertes Wandern auf dem festen Bindegewebe der Hornhaut (Stroma), bei dem die Zellen sowohl gut anhaften als auch sich für das Weiterwandern verschieben müssen. Zwischen Epithel und Stroma liegen die Enden der Hornhautnerven und melden jede Störung sofort als Fremdkörpergefühl oder Schmerz. Bereits bei kleinen oberflächlichen Verletzungen können sehr starke Schmerzen auftreten, die erst nach Verschluss der Zellschicht wieder abklingen.

Bei einigen Patienten ist das koordinierte Wandern der oberflächlichen Hornhautzellen gestört. Diese Oberflächenzellen lösen sich aus ihrer Anheftung an das Hornhaut-Bindegewebe und bilden oberflächliche Einrisse, die sehr schmerzhaft sein können.

Durch befeuchtende Augentropfen, Ruhigstellung oder das Einsetzen von speziellen Kontaktlinsen kann die Heilung der Risse im Epithel und die Wiederanheftung der Zellen erreicht werden. Viele Patienten mit dieser Erkrankung, rezidivierende Erosio genannt, können sich so über Jahre behelfen und die gelegentlich auftretenden Risse wieder zur Abheilung bringen. Allerdings ist das Wohlbefinden in den Tagen der Abheilung stark eingeschränkt, manche Patienten haben sogar extrem starke Beschwerden und benötigen entsprechend starke Schmerzmittel. Wenn diese Zustände häufig auftreten oder nicht mehr abheilen, können die Betroffenen sogar arbeitsunfähig werden.

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Prinzip und Wirkung der PTK

Eine seit 15 Jahren praktizierte Therapie für die betroffenen Patienten besteht in der phototherapeutischen Keratektomie (PTK). Dabei werden mit einem "kalten" Laser (Excimerlaser) vom Bindegewebe der Hornhaut feinste Schichten (5 bis 10 Tausendstelmillimeter) abgetragen. Auf der so "angeschliffenen" Hornhautschicht können die Oberflächenzellen ihre Wanderung wieder fast normal durchführen und sich dabei auch wieder besser anheften. Diese Behandlung führt bei ca. 70 % der Patienten zu einer deutlichen Besserung oder zu einer vollständigen Abheilung der Erkrankung. Nach einigen Jahren kann die Erkrankung erneut auftreten, dann kann die Therapie wiederholt werden. Auch bei ungenügendem Effekt kann die PTK mehrfach vorgenommen werden.

Die PTK ist für Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen unter bestimmten Voraussetzungen Kassenleistung, bei Privatpatienten wird nach Analogziffern abgerechnet.

 

Narben und Unregelmäßigkeiten der Hornhaut

Nach Verletzungen oder Entzündungen der Hornhaut, aber auch nach Operationen des Auges können sich im Bindegewebe der Hornhaut Narben oder Unregelmäßigkeiten bilden, die mitunter das Sehen recht stark beeinträchtigen. Auch diese Störungen können chirurgisch beseitigt werden. Oft wird die PTK dabei kombiniert mit einem keratoplastischen Verfahren (Keratoplastik).

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Ablauf der PTK

Der Patient erhält zunächst Augentropfen zur lokalen Betäubung. Nach der sorgfältigen Desinfektion von Lidern, Hornhaut und Bindehaut wird die oberflächliche Zellschicht mit einem feinen Instrument und speziellen Tupfern abpräpariert. Wenn möglich wird sie als natürlicher Wundverschluss erhalten. Nun wird mit dem Excimerlaser die vorher berechnete Gewebeschicht entfernt. Dies sind bei rezidivierenden Erosionen nur wenige Tausendstelmillimeter, bei dichteren Narben können es bis zu 100 Tausendstelmillimeter werden.

Nach dem Eingriff wird eine spezielle Verbandlinse auf die Hornhaut gelegt. Darunter heilt die Epithelschicht, und nach einigen Tagen kann die Verbandlinse entfernt werden.

Nach der Operation

Nach dem Eingriff treten Schmerzen auf, die mit der Verbandlinse, speziellen Augentropfen und Schmerzmitteln behandelt werden. Bei den meisten Patienten sind die Beschwerden erträglich und klingen nach zwei bis vier Tagen ab.

Auf jeden Fall muss für mindestens eine Woche eine Therapie mit antibiotika- und kortisonhaltigen Augentropfen und -salben erfolgen, damit sich die Wunde nicht infiziert und die Narbenbildung gehemmt wird. Zusätzliche Medikamente wie Tränenersatzmittel verschreiben wir je nach Situation.

Nach der Abheilung stabilisiert sich das Gewebe innerhalb weniger Monate, erst dann kann die erforderliche Brillenkorrektur erfolgen. Recht häufig ist mit der PTK eine geringe Verschiebung der Brechkraft in Richtung Weitsichtigkeit zu beobachten. Bei Patienten mit bereits vorher bestehender Weitsichtigkeit kann die Abtragung von vornherein so berechnet werden, dass gleich ein korrigierender Ausgleich damit verbunden ist. Bei Patienten mit rezidivierender Erosio ist das Ziel des Eingriffs nicht direkt eine Sehverbesserung, sondern Befreiung von den ständigen Schmerzen. Auch bei diesen Patienten führt die PTK langfristig oft zu einer Sehverbesserung.

Am Tag nach der Operation kommen Sie bitte zu einer ersten Kontrolle wieder in die Praxis. Hier werden wir das operierte Auge untersuchen. Die Verbandlinse sollen Sie noch zwei bis vier Tage tragen; sie wird dann von uns entfernt. Für die nächsten Wochen werden wir Ihnen eine Therapie mit Augentropfen oder Augensalbe verordnen, die dann langsam abgebaut wird.

Im weiteren Verlauf (Monate bis Jahre) nach der Operation sollten Sie Ihre Augen regelmäßig kontrollieren lassen. Besonders bei Sehverschlechterung und anderen Sehbeschwerden zögern Sie bitte nicht, sich für eine Untersuchung anzumelden. Die Therapie spezieller Heilungsverläufe mit Kortisontropfen oder anderen Medikamenten ist häufig erforderlich.

Ihr Befund ein Jahr nach der Operation wird von uns für unsere Qualitätssicherung verwendet.

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. März 2009 )
 
Samstag, 24. Juni 2017
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