Lasik
Punktion der Vorderkammer Drucken E-Mail
Der folgende Text ersetzt nicht das persönliche Gespräch, sondern soll Ihnen im Vorwege eine allgemeine Beschreibung des Problems geben und die aus unserer Sicht empfehlenswerten Lösungsansätze darstellen. Bitte lesen Sie alles in Ruhe durch und machen Sie sich – besonders für Ihre Fragen – Notizen, die wir dann gemeinsam besprechen werden.

In der vorderen Augenkammer – das ist der Raum vor der Iris und der Pupille – befindet sich eine klare, helle Flüssigkeit, das Kammerwasser. Diese Flüssigkeit wird hinter der Iris vom Strahlenkörper gebildet. Auf dem Weg zu den Abflüssen im Winkel zwischen Hornhaut und dem vorderen seitlichen Rand der Iris versorgt das Kammerwasser die Linse und auch die Hornhaut, die selbst über keine Blutgefäße verfügen, mit Nährstoffen.

Bei einem Anstieg des Augendrucks (grüner Star, Glaukom) fließt das Kammerwasser nicht ausreichend durch die Abflüsse ab. Bei Entzündungen können im Kammerwasser Eiweißstoffe auftreten, die den Augendruck steigern. Auch Bakterien oder Viren können im Kammerwasser vorkommen, wenn im Auge oder in Iris oder Hornhaut eine Infektion vermutet wird. Nach Operationen oder Verletzungen können Blutungen oder Gerinnungseiweiß die Vorderkammer blockieren. Auch erhöhte Konzentrationen von Eiweiß führen mitunter zu unerwünschten oder gefährlichen Drucksteigerungen.

Durch die Punktion, einen kleinen Einstich an der Seite der Hornhaut, kann ein Zugang zu der vorderen Augenkammer hergestellt werden. Dabei wird – wenn auch nur in minimalem Ausmaß – das Auge eröffnet, daher ist wie bei jeder Operation auch für diesen kleinen Eingriff Ihre Einverständniserklärung erforderlich. Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung entweder im Sitzen oder im Liegen. Durch die Punktionsöffnung hindurch kann man Kammerwasser ablassen und so eine Druckentlastung schaffen, Material zur Diagnostik entnehmen oder Medikamente in die Vorderkammer injizieren. Der Eingriff ist nicht besonders gefährlich und wird natürlich nur vorgenommen, wenn er sinnvoll oder erforderlich ist. Bei den über 10 000 von uns durchgeführten Punktionen haben wir keine Komplikation gesehen.

Wir schlagen eine Punktion vor:
  • wenn der Augendruck gesenkt werden soll,
  • damit die Vorderkammer gespült und von Eiweißrückständen u. a. gereinigt wird,
  • um eine Probe zur Untersuchung auf Viren/Bakterien/Pilze/Antikörper zu entnehmen,
  • weil nur so ein Medikament direkt in das Auge verabreicht werden kann oder
  • zur Korrektur bei Verklebungen oder Fehlstellungen von Iris oder Linse/Kunstlinse.
Vor und nach der Punktion verabreichen wir Ihnen antibiotische Augentropfen zur Verhinderung einer Infektion durch Bakterien der Bindehaut. Eine weitere Antibiotika-Therapie zu diesem Zweck ist in fast keinem Fall  erforderlich. Die Punktionsstelle verschließt sich von selbst, sodass eine Naht nicht erforderlich ist.

Zurück zur Auswahl "Operationen"


Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. März 2009 )
 
Montag, 21. August 2017
Larger FontSmaller Font

  tuev-sued_logo.jpg  
DIN EN ISO 9001:2008
ZERTIFIZIERT